Die Mental Health Alliance ist eine bundesweite Bewegung für ein System, das stärkt, bevor es behandelt. Die Allianz vereint führende Akteur:innen aus Wissenschaft, Versorgung, Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft und junge Menschen, um mentale Gesundheit als gesellschaftliche Querschnittsaufgabe zu verankern. Initiiert und unterstützt von der alv Foundation, Beisheim Stiftung, Bertelsmann Stiftung, krisenchat, ProjectTogether und der Robert Bosch Stiftung.
Mentales Wohlbefinden darf kein Zufall sein.
Wir sehen psychische Gesundheit und Wohlbefinden als wichtige Voraussetzung für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Vertrauen, Teilhabe und Demokratie.
Dabei sind psychische Gesundheit und Wohlbefinden keine Selbstläufer. Multiple Stressoren stellen diese vor zunehmend große Herausforderungen – und globale Krisen können sich schnell und zugespitzt in individuellen Krisen spiegeln.
Hierfür braucht es gemeinsame Aufmerksamkeit und klare Vorstellungen, wie psychische Gesundheit und Wohlbefinden nachhaltig gestärkt und resilient gestaltet werden können, aber auch wie Krisen früh erkannt und bedarfsgerecht begleitet werden.
Globale Krisen werden zu individuellen Krisen. Deshalb braucht es Systeme, die früh unterstützen – in allen Lebenswelten.
Mental Health in All Policies: Eine Querschnittsaufgabe
Wohlbefinden entsteht dort, wo Systeme zusammenarbeiten
Wissenschaftliche Einordnung
Auch der Wissenschaftsrat fordert im Januar 2026 eine deutlich stärkere strukturelle Verankerung von Prävention, sektorenübergreifende Koordination sowie langfristige Finanzierungsmodelle für gesundheitsförderliche Strukturen. Unsere Vision knüpft an diese Empfehlungen an.1
Psychische Gesundheit ist keine Einzelaufgabe eines Versorgungssystems, sondern eine Querschnittsaufgabe von Bildung, Jugendhilfe, Gesundheitsförderung, Stadtentwicklung, Sozialpolitik und digitaler Gestaltung.
Wohlbefinden entsteht dort, wo Systeme mit Blick über den Tellerrand proaktiv im Sinne der Nutzer:innen zusammenarbeiten – nicht dort, wo Zuständigkeiten enden.
Besondere Rolle der Kommunen: Eine besondere Rolle kommt dabei neben den digitalen Räumen den Kommunen zu, die nicht nur die Daseinsvorsorge gewährleisten, sondern auch konkret vor Ort die analogen Lebenswelten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen gestalten und daher besonders im Fokus unseres Ansatzes stehen müssen.
Unser Ziel – Ein System mit vier Säulen
Mental Health in All Policies
Gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen im Sinne eines (youth) mental health in all policies-Ansatzes werden geplant und umgesetzt – in Bildung, Stadtentwicklung, Arbeitsplätzen und digitalen Räumen.
Nicht erst bei Diagnose
Unterstützung beginnt früh – bei ersten Anzeichen oder präventiv – und nicht erst, wenn eine Diagnose gestellt wird.
Einfach, gerecht, erreichbar
Zugänge zu Unterstützung sind einfach, niedrigschwellig und gerecht – unabhängig von Herkunft, Wohnort oder Ressourcen.
Dauerhaft finanziert
Gesundheitsförderung und Prävention sind strukturell verankert und verlässlich finanziert – keine Projektitis, sondern dauerhafte Aufgabe.
»Nicht über uns, ohne uns«
Jugendbeteiligung als Erfolgsfaktor
Gemäß dem Grundsatz »nicht über uns, ohne uns« stellt eine gelebte Mitbeteiligung von Jugendlichen in der Planung und Umsetzung einen zentralen Erfolgsfaktor dar und stärkt damit gleichzeitig auch die Selbstwirksamkeit.
Junge Menschen sind keine Zielgruppe am Rand, sondern aktive Gestalter:innen unserer Arbeit.
Eine Investition, die sich lebenslang auszahlt
Psychische Gesundheit endet nicht mit dem 25. Lebensjahr.
Doch wer früh gestärkt wird – durch gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen, niedrigschwellige Unterstützung und präventive Angebote – baut Resilienz auf, die ein Leben lang trägt.
Unser aktueller Fokus auf junge Menschen ist kein Ausschluss der Älteren, sondern die strategisch wirksamste Investition in die psychische Gesundheit aller Generationen. Ein System, das Kinder und Jugendliche stärkt, kommt auch Erwachsenen, Eltern und älteren Menschen zugute – durch gesündere Familien, weniger Chronifizierung und eine resilientere Gesellschaft.
Unser Ziel als Allianz: Ein System der mentalen Gesundheit zu schaffen, das früher greift, besser gesteuert ist, bedarfsgerecht unterstützt und stärker präventiv ausgerichtet ist – optimalerweise über alle Altersgruppen hinweg.
Zum Start setzen wir dort an, wo der Hebel am größten ist: bei jungen Menschen. Die Mental Health Alliance hält sich bewusst offen, in Zukunft auch weitere Zielgruppen und Lebensphasen in den Fokus zu nehmen.